Cobi 4826 – Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Die Graf Zeppelin ist der einzige Flugzeugträger in der deutschen Geschichte, der nahezu fertig gebaut wurde. Der Bau begann am 28. Dezember 1936 in Kiel. Auf Befehl von Adolf Hitler wurden die Arbeiten 1943 eingestellt, obwohl der Baufortschritt zu über 90% abgeschlossen war. Dies war auf den Rückzug aller großen Einheiten nach der Schlacht in der Barentssee zurückzuführen. Zu Beginn des Jahres 1945, mit dem Vormarsch der Roten Armee, wurde der Flugzeugträger teilweise versenkt. Im Sommer 1945 beschloss die UdSSR, das beschädigte Schiff zu retten, und es wurde wieder flott gemacht. 1947 diente es als Zielschiff und wurde in der Ostsee versenkt. 2006 befand sich das Schiffswrack 55 km nördlich von Władysławowo. Es liegt in einer Tiefe von 87 m.

Cobi ist bekannt für viele Schiffmodelle aus dem WWII und wo doch auch die Graf Zeppelin auf dem Meeresgrund der Ostsee vor Polen liegt. War es wohl naheliegend auch dieses Schiff mit Klemmbausteinen im Maßstab 1:300 nachzubilden. Mit einer Länge von 89,5 cm, einer Breite von 14,5 cm und einer Höhe von 21 cm ist das Modell wieder einmal ein wahrer Koloss unter den Klemmbausteinschiffen und reiht sich von der Länge her zwischen der Bismarck und der Titanic ein.

Nicht neu für Cobi, aber immer noch erwähnenswert ist, dass das 3155 Teile Set ausschließlich Drucke enthält und keine Aufkleber! Abermals gibt es diverse bedruckte Teile die sich über mehrere später zusammengehörende Teile erstrecken.

Offizielle Bilder von Cobi zum Aircraft Carrier Graf Zeppelin (4826)

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin
Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin
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Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf ZeppelinCobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin
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Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin
Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin
Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Daten

Marke: Cobi
Setnummer: 4826
Setname: Aircraft Carrier Graf Zeppelin    
Maßstab: 1 : 300
Abmessungen: 89,5 cm lang, 14,5 cm breit, 21 cm hoch (mit Standfuß)
Teile: 3135
Durchschnittlicher Teilepreis: 4,3 Cent (ca. 135,- EUR / Thalia)
Aufkleber: nein
Anleitung: Papier DIN A4 (3 Anleitungen)
Bauabschnitte: 13

Review

Wie bei Cobi üblich, kommt die Graf Zeppelin in einem schönen bunten Karton daher, der zudem auch noch einiges an Infos zum Flugzeugträger bereithält. 

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Beim Unboxing des Sets purzeln 13 Tüten und drei Anleitungen aus der Verpackung heraus.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Fein säuberlich aufgereiht ergibt sich dann folgendes Bild!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Beim Unboxing des Sets purzeln 13 Tüten und drei Anleitungen aus der Verpackung heraus. Die Anleitung eins beschreibt vier, Anleitung zwei beschreibt fünf und Anleitung drei wieder vier Bauabschnitte. Die Bauabschnitte haben jeder für sich eine angenehme Größe, sodass man auch mal abends einen Abschnitt bauen kann, ohne dass hierbei dann gleich Schlafentzug droht, weil man bis in die Nacht sitzen muss.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Es sind Cobi typisch eine nahezu perfekte Bauanleitung mitgeliefert. Aktuelle Bauschritte sind sehr detailliert dargestellt und vorherige sind ausgegraut. Die zu verwendenden Teile sind stets gut zu erkennen und Stäbe oder auch Tiles werden in Anleitung zudem noch in der Originalgröße abgebildet.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 1

Im ersten Bauabschnitt wird angefangen das Heck der Graf Zeppelin aufzubauen.

Der erste Bauabschnitt besteht aus insgesamt 7 Tüten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Am Ende des ersten Bauabschnittes sind bereits einige schöne Details am Heck zu erkennen, bzw. zu erahnen. Schön stabil scheint die Graf Zeppelin auch zu werden!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

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Bauabschnitt 2

Im zweiten Bauabschnitt wird weiter am Heck der Graf Zeppelin gebaut.

Der zweite Bauabschnitt besteht aus insgesamt 6 Tüten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Das Heck der Graf Zeppelin wächst weiter.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 3

Auch der dritte Bauabschnitt widmet sich ausschließlich des Hecks des Flugzeugträgers.

Der dritte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 6 Tüten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Hier wieder ein tolles Beispiel für einen Druck über mehrere Teile. Alles passt am Ende perfekt zusammen! Es ist kein Versatz der Drucke in den Kanten auszumachen!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Am Ende des dritten Bauabschnitts gewinnt man einen ersten Eindruck wie das Flugdeck aussehen könnte.

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Vier Propeller und die Ruderanlage sind am Ende von Bauabschnitt drei auch angebaut. Aber Obacht! Die Konstruktion der äußeren Antriebswellen ist recht filigran und wird im Laufe des Aufbaus des Schiffes immer mal wieder abfallen! Später auf dem Ständer ist das natürlich kein Problem mehr!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 4

Im vierten Bauabschnitt wird immer noch am Heck gebaut. Aber es wird ebenfalls an einer technischen Raffinesse, dem Flugzeuglift bearbeitet!

Der vierte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 7 Tüten und einem 8 x 9 Plate.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Der Flugzeuglift ein technisches kleines Highlight an dem Modell von Cobi. Mittels eins Zahnrades und einem daran befestigten Hebelarm, lässt sich der Lift in zwei Stellungen bewegen. Auf Ebene des Flugzeugdecks I und auf der Ebene der Start- und Landebahn ist eine Arretierung möglich.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

So sieht die Graf Zeppelin am Ende des vierten Bauabschnittes aus!

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Bauabschnitt 5

Nun geht es im nächsten Bauabschnitt mit dem Bug los. Wie bei Cobi Schiffen üblich, baut man Bug und Heck getrennt und vereint diese dann in einem späteren Bauabschnitt.

Der fünfte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 5 Tüten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Am Ende des fünften Bauabschnitts ist vom Bug noch nicht wirklich viel zu erkennen.

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Bauabschnitt 6

Bauabschnitt sechs widmet sich der Bugspitze.

Der sechste Bauabschnitt besteht aus insgesamt 8 Tüten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Zwei Drucke mit Wappen am Bug der Graf Zeppelin! Schön wie fein und detailliert die Drucke bei Cobi sind.

Nach Beendigung des sechsten Bauabschnittes ist der Bug bzw. Rumpf deutlich gewachsen!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Auch bei diesem Set müssen die Ankerketten mühsam zusammengesteckt oder besser zusammen gefriemelt werden. Spaß ist anders! Hier gibt es eindeutig Verbesserungspotential bei Cobi! Bei Ketten ist LEGO eindeutig noch vorn!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 7

Im siebten Bauabschnitt wird nun die Bugsektion weitergebaut und weiter Richtung Heck verlängert.

Der siebte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 7 Tüten und ein 8 x 9 Plate.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

So sieht nun die Bugsektion nach dem siebten Bauabschnitt aus.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 8

Im achten Bauabschnitt wird nun die Bugsektion finalisiert und für die Hochzeit mit der Hecksektion vorbereitet

Der achte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 6 Tüten und ein 8 x 9 Plate.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Was für ein schöner Druck! Liebe Kollegen von LEGO, schaut hier einmal ganz genau hin. Es ist kein Hexenwerk und zaubert dem Klemmbausteinfreund ein Lächeln ins Gesicht!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Die große bedruckte Fliese wird am Bug bzw. auf der Start- und Landebahn verbaut.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Kurz vor der Hochzeit zwischen der Bug- und der Hecksektion sieht man schon gut, wie sich die Start- und Landebahn über dem Rumpf erhebt und welche imposanten Ausmaße die Graf Zeppelin haben wird.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 9

Im neunten Bauabschnitt steht nun die Hochzeit der Bug- und der Hecksektion bevor.

Der neunte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 4 Tüten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Ein kleiner Funktionstest des Flugzeuglifts zwischendurch schadet nicht!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Etwas kahl an den Seiten, aber eine Imposante Länge hat die Graf Zeppelin nach der Zusammenführung von Bug und Heck!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 10

Im zehnten Bauabschnitt wird auf der Backbordseite nun der Rumpf beplankt!

Der zehnte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 7 Tüten und ein paar bedruckte Teile.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Hier entstehen auch die Nischen für die Rettungsboote.

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Schon recht schick so ein fertiger Rumpf. Leider aber nur zur Hälfte. Die Steuerbordseite folgt aber im elften Bauabschnitt. Auch sind ein paar Geschütze an die Seiten gebaut worden.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 11

Im elften Bauabschnitt wird auf der Steuerbordseite nun der Rumpf beplankt!

Der elfte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 8 Tüten und ein paar bedruckte Teile.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Die Vorbereitung für die Anbringung der Sart- und Landebahn gehen weiter voran!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Nun ist auch die Steuerbordseits Rumpfes komplett beplankt und somit geschlossen. Die Rettungsboote haben ebenfalls ihre finalen Platz erhalten.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

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Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Bauabschnitt 12

Im zwölften und vorletzten Bauabschnitt wird die Start- und Landebahn weitestgehend angebaut, aber auch die Aufbauten errichtet.

Der zwölfte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 9 Tüten und 7 bedruckte Teile.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Die bedruckten Fliesen für die Start- und Landebahn sind äußerst passgenau, was die Drucke anbelangt. Man ist immer wieder begeistert!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Die Aufbauten auf der Steuerbordseite sind fast fertig!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Hier nun das finale Ergebnis nach Bauabschnitt zwölf.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

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Bauabschnitt 13

Endspurt in Bauabschnitt dreizehn. Jetzt werden die letzten Lücken in der Start- und Landebahn geschlossen, sowie die letzten An- und Aufbauten angebracht. Und zu guter Letzt kommen natürlich insgesamt acht kleine Flugzeuge auf das Deck!

Der dreizehnte Bauabschnitt besteht aus insgesamt 9 Tüten und 5 bedruckte Teile.

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Fertig – Die Graf Zeppelin im Maßstab 1:300 aus Klemmbausteinen erstrahlt in ganzer Kraft!

Cobi 4826 Aircraft Carrier Graf Zeppelin

Fazit

Die Graf Zeppelin von Cobi ist ein tolles und sehr interessant zu bauendes Schiff. Es beeindruck neben seiner schieren Länge von 84,5 Zentimetern durch viele tolle Details. Der Aufbau ist äußerst kurzweilig und sehr abwechslungsreich, da auch die nBack- und Steuerbordseiten des Flugzeugträgers nicht identisch sind. So kommt bei den Set eigentlich nie so etwas wie Langeweile auf.

Die Anleitung führt einen ohne Probleme durch die neun Bauschritte. Einzig. Die Qualität der Teile ist ohne jeglichen Tadel. Einmal zusammengedrückt, lassen sich diese Verbindungen auch nur schwer wieder trennen. Es gab bei meinem Set auch keine Farbabweichungen!

Die Bauabschnitte sind gut verständlich zusammengestellt worden, sodass auch jemand, der nicht den ganzen Tag an so einem Set bauen kann.

Alles in allem ist Cobis Aircraft Carrier Graf Zeppelin (4826) so die offizielle Bezeichnung, ein wirklich tolles Set. Da es sich um ein nie finalisiertes und auch recht unbekanntes Schiff bzw. Flugzeugträger der Kriegsmarine handelt, dürfte das Set vermutlich nicht so wahnsinnig viele Anhänger finden. Allerdings ist es alleine schon aufgrund seiner optischen Imposanz ein tolles Schiff für jeden Sammler von Klemmbausteinschiffen. Man muss auch keine ausgesprochenen Militaria sein, um Gefallen an dem Flugzeugträger finden zu können. Das Modell ist sehr detailverliebt und bietet jede Menge fürs Auge. Und dann ist das noch der toll funktionierende Flugzeugaufzug. Alleine schon deswegen liebe ich dieses Set! Von mir gibt es daher eine ganz klare Kaufempfehlung!

Qualität der Steine (Klemmkraft und Farbtreue): 10/10
Verständlichkeit der Bauanleitung: 10/10
Baubarkeit: 10/10
Fehlteile: keine
Fehlgüsse: keine

Historie zur Graf Zeppelin

Quelle: Wikipedia

Hintergrund

Die Graf Zeppelin war ein für die deutsche Kriegsmarine gebauter Flugzeugträger, der unvollendet blieb und nie in Dienst gestellt wurde. Namensgeber war der Luftschiffpionier Ferdinand von Zeppelin. Die Graf Zeppelin war Typschiff der mit zwei Einheiten geplanten Graf-Zeppelin-Klasse und der bislang einzige deutsche Flottenflugzeugträger. Der Bau zog sich mit Unterbrechungen von Dezember 1936 bis Februar 1943 hin, als er – obwohl bereits weit fortgeschritten – endgültig eingestellt wurde. Am Ende des Krieges wurde das inzwischen wieder teilweise ausgeschlachtete Schiff selbstversenkt. Es wurde nach dem Krieg von der Sowjetunion gehoben und schließlich bei Sprengversuchen 1947 endgültig versenkt.

Bundesarchiv RM 25 Bild-62, Flugzeugträger „Graf Zeppelin“

Bundesarchiv, RM 25 Bild-62 / CC-BY-SA 3.0

Bundesarchiv, RM 25 Bild-62 / CC-BY-SA 3.0

  • Einsatzraum: Nordsee und Atlantik
  • Verdrängung: 15.000 Tonnen
  • Geschwindigkeit: 33 Knoten
  • Bewaffnung: 9 × 15-cm-Geschütze oder 6 × 20,3-cm-Geschütze und Flugabwehr
  • Einsatzreichweite: 12.000 Seemeilen
  • Panzerschutz wie Leichte Kreuzer.
  • 60 Bordflugzeuge (wobei faltbare Tragflächen nur für ein Drittel der Flugzeuge gefordert waren)
  • Zwei Katapulte
  • Minimale Flugdecklänge: 180 Meter

Das Schiff

The German aircraft carrier Graf Zeppelin photographed on 6 February 1942 at Gotenhafen (today Gdynia, Poland) by a British Royal Air Force aircraft.

Copyright Owner: U.S. Naval History and Heritage Command

Copyright Owner: U.S. Naval History and Heritage Command

Die Graf Zeppelin war eine bemerkenswerte Konstruktion und brach mehrere Rekorde. Zum Zeitpunkt ihres Stapellaufes war sie das längste Kriegsschiff Europas. Die Seitenhöhe des Trägers betrug 22,5 Meter, ein zuvor im deutschen Schiffbau unerreichter Wert. Der Hangar war konstruktionstechnisch ein Teil des Schiffskörpers und trug, im Gegensatz zu ausländischen Konstruktionen, bei denen Hangars als normale Aufbauten behandelt wurden, zur Steifigkeit des Schiffes bei. Durch die Höhe hatte der Träger eine immense Seitenfläche, was die Gefahr erhöhte, zum Beispiel bei der Passage des Kaiser-Wilhelm-Kanals vom Wind gegen das Ufer gedrückt zu werden. Deswegen erhielt die Graf Zeppelin im Bug zwei Voith-Schneider-Propeller. Als Ausgleich für das Gewicht der Insel auf der Steuerbordseite waren die Hangardecks um 0,5 Meter nach Backbord verschoben, was dazu führte, dass die Seitenwand an der Backbordseite einen Meter weiter überhing als auf der Steuerbordseite.

Bundesarchiv Bild 146-1984-097-36, Flugzeugträger „Graf Zeppelin“ nach Stapellauf

Bundesarchiv, Bild 146-1984-097-36 / Urbahns / CC-BY-SA 3.0

Bundesarchiv, Bild 146-1984-097-36 / Urbahns / CC-BY-SA 3.0

Die Antriebsanlage leistete bis zu 200.000 PS. Dies war der leistungsfähigste Antrieb, der bis zu diesem Zeitpunkt auf einem europäischen Schiff verbaut worden war. Er wurde benötigt, um das Schiff auf die geforderte Geschwindigkeit von 33 Knoten zu beschleunigen.

Von allen nach Ende des Washingtoner Flottenabkommens um das Jahr 1936 herum auf Kiel gelegten Flugzeugträgern war die Graf Zeppelin mit einer Maximalverdrängung von 33.000 Tonnen der schwerste. Die Tanks für Flugzeugbenzin waren auf der Graf Zeppelin besser geschützt als auf der Essex-Klasse.

Flugtechnische Einrichtungen

Der obere Hangar des Schiffes war 185 m lang und 16 m breit, die Höhe lag bei 5,8 m. Der untere Hangar war 172 m lang, 16 m breit und 5,25 m hoch. Zusammen hatten sie eine Abstellfläche von 5623 m², von denen effektiv ca. 4670 m² genutzt werden konnten. Der Hangar der Graf Zeppelin war damit fast genau so groß wie der Hangar der Ark Royal, der eine Fläche von 5665 m² hatte und wesentlich größer als die Hangars vergleichbarer amerikanischer Flugzeugträger wie der Yorktown- und Lexington-Klasse, die eine Fläche von 4200 m² respektive 2900 m² hatten. Die mit zwischen 43 und 48 Flugzeuge der Typen Me 109T und Ju 87 C relativ geringere Flugzeugzahl, besonders im Vergleich zu amerikanischen Flugzeugträgern, resultierte daraus, dass die Unterbringung der Flugzeuge aufgrund der Witterungsbedingungen in der Nordsee und im Nordatlantik in geschlossenen Hangarhallen zwingend notwendig war und man keine Flugzeuge dauerhaft auf dem Flugdeck abstellen konnte. Zudem hatte die Me 109T keine Klappflügel. Mit ausländischen Lagerungsbedingungen hätte man die Flugzeugzahl der Graf Zeppelin auf bis zu 80 Stück erhöhen können.

Das Flugdeck war 240 m lang und maximal 30 m breit. Insgesamt waren drei gepanzerte Aufzüge mit einer Nutzlast bis zu 6500 kg eingelassen, die ein Verlegen der Flugzeuge ermöglichten, zusätzlich noch zwei kleinere Aufzüge für die Flugzeugstartwagen. Obwohl ein normaler Rollstart durchaus möglich war, war vorgesehen, den Start auf der Graf Zeppelin hauptsächlich mithilfe der beiden Katapulte am Bug des Schiffes durchzuführen. Damit wäre der hintere Teil des Flugdecks frei gewesen für parallel stattfindende Landeoperationen. Auch ausländische Flugzeugträger waren theoretisch für parallele Starts und Landungen geeignet, dies wurde jedoch aus Gründen der Sicherheit in der Regel nicht praktiziert. Später entwickelte die US Navy für den Parallelbetrieb das Winkeldeck.

Für den Flugbetrieb war vorgesehen, dass die Flugzeuge im oberen Hangar mit eingezogenem Fahrwerk auf einen Startwagen gesetzt wurden. Die Junkers Ju 87 (Stuka) konnten mit ihren starren Fahrwerken von den Katapulten starten. Mithilfe eines Schienensystems sollten die Wagen zu den Katapulten gebracht werden. Für den wechselseitigen Betrieb waren Weichen in das Schienensystem integriert, die Rückführung der Wagen erfolgte über eine Vorrichtung an der Stirnseite des Flugdecks. Mit dem Startwagensystem wollte man auf einen Start pro Minute und Katapult kommen. Der Start erfolge mittels Druckluft, und der Vorrat daran reichte für insgesamt neun Flugzeuge pro Katapult. Das Wiederauffüllen dauerte 50 Minuten, was es dem Träger erlaubt hätte, innerhalb von zehn Minuten maximal 18 Flugzeuge in die Luft zu bringen.

Das Katapultsystem war relativ kompliziert, was sich bei einem praktischen Einsatz auch gezeigt hätte. Auch britische und amerikanische Flugzeugträger verfügten über Katapulte, die jedoch im Laufe des Zweiten Weltkrieges entfernt wurden, da sie die Erwartungen nicht erfüllten. Der Großteil aller Starts auf Flottenträgern erfolgten im Rollstart. Zur Landung waren vier Bremsseile vorhanden und ein Fangzaun zum Auffangen von Flugzeugen, falls die Bremsseile verpasst wurden.

Verbleib

Am 21. April 1943 wurde der zu über 90 % fertiggestellte Flugzeugträger nach Stettin geschleppt und in einem Seitenarm der Oder festgemacht. An ihrem neuen Liegeplatz diente die Graf Zeppelin als Ersatzteillieferant für andere Schiffe der Kriegsmarine. Am 25. April 1945 setzte ein Sprengkommando das Schiff auf Grund und zerstörte seine Antriebsanlage, um den Träger als Beute für die vordringenden sowjetischen Truppen unbrauchbar zu machen.

Das Wrack wurde im März 1947 von der Roten Armee gehoben und diente als Wohnschiff für eine Spezialabteilung, die mit der Auswertung der Konstruktionsunterlagen der Graf Zeppelin und anderer Beuteschiffe betraut war. Sie testete Bombenflugzeuge und Sprengladungen am Flugzeugträger, um zu ergründen, wie diese am wirksamsten zu bekämpfen seien.

Am 18. Juni 1947 wurde während der Kampfmittelversuche an der Graf Zeppelin kurz vor einem Sturm die Vertäuung gelöst, um einem Reißen der Leinen und einem Stranden des Schiffes zuvorzukommen. Das Schiff wurde anschließend mit zwei Torpedos 30 Seemeilen nördlich vor Großendorf vor der Danziger Bucht versenkt, wo sein Wrack bis heute liegt.

Als Liegeplatz für die beiden Flugzeugträger war in Bremerhaven der Nordhafen gebaut worden. Die Flugzeuge sollten auf der anderen Weserseite gewartet werden. Die als Bauernhäuser getarnten Gebäude stehen noch heute.

Entdeckung

Wo genau der Flugzeugträger sein Ende fand, war lange Zeit unklar. Das Schicksal an sich war bekannt, so gab der Autor Siegfried Breyer den Versenkungsort des Schiffes bereits im Jahre 1994 korrekt an, doch durch eine unklare Quellenlage war das Schicksal nicht sicher festzustellen. Es gab Berichte, das Schiff sei nach Leningrad geschleppt und dort abgewrackt worden. Andere Quellen berichteten von einem Untergang im finnischen Meerbusen, einige gaben als Grund einen Minentreffer während der Überführungsfahrt an, andere berichteten von sowjetischen Waffentests. Die Entdeckung des Wracks am 12. Juli 2006 durch die polnische Ölgesellschaft Lotos Petrobaltic bestätigte die Position vor der Danziger Bucht, ungefähr 55 Kilometer vom polnischen Ostseehafen Großendorf (Władysławowo) entfernt. Das Wrack liegt nahe der Ölplattform Baltic Beta (über dem Ölfeld B3) in einer Tiefe von 80 Metern. Zuständig für das Wrack ist heute die Regierung der Russischen Föderation als Rechtsnachfolgerin der Sowjetunion. Die Koordinaten der Fundstelle lauten: ♁55° 16′ 59,8″ N, 18° 25′ 33,1″ O

Bundesarchiv RM 25 Bild-64, Flugzeugträger „Graf Zeppelin“

Bundesarchiv, RM 25 Bild-64 / CC-BY-SA 3.

Bundesarchiv, RM 25 Bild-64 / CC-BY-SA 3.0

Bundesarchiv RM 25 Bild-60, Flugzeugträger „Graf Zeppelin“

Bundesarchiv, RM 25 Bild-60 / CC-BY-SA 3.0

Bundesarchiv, RM 25 Bild-60 / CC-BY-SA 3.0

Bundesarchiv RM 25 Bild-61, Flugzeugträger „Graf Zeppelin“

Bundesarchiv, RM 25 Bild-61 / CC-BY-SA 3.0

Bundesarchiv, RM 25 Bild-61 / CC-BY-SA 3.0

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